Carsharing gibt es in irgendeiner Form schon lange, doch Technologie und Nachfrage haben den Grundstein für eine neue Serviceplattform gelegt: Vehicle as a Service (VaaS). In städtischen Gebieten, in denen Fahrzeuge hauptsächlich für Kurzstrecken genutzt werden, nutzen Abonnementdienste für Car- und Ridesharing mobile Apps, um die Buchung und den Zugang zu Fahrzeugen zu vereinfachen. Da sich Verbraucher zunehmend mit dem Gedanken anfreunden, ein Fahrzeug als Dienstleistung und nicht als Besitz zu betrachten, dürfte der Carsharing-Markt wachsen und neue Servicemodelle entstehen, um Bedürfnisse zu befriedigen, die heute nicht ausreichend berücksichtigt werden. Beispielsweise ermöglichen Carsharing-Dienste noch nicht die einfache Fahrt oder die wochenlange Nutzung eines Autos bei Bedarf. Eine effiziente Form von Vehicle-as-a-Service gibt es bereits: Langzeitmiete und Ersatzfahrzeuge, die oft mit erweiterbaren Services wie Wartungserinnerungen, Service auf Anfrage und Notfalldienst ausgestattet sind.
Wenn dieses Modell funktioniert, dann funktioniert es wirklich – die Vorteile für den Verbraucher liegen auf der Hand. Gegen einen festen monatlichen Preis erhalten Sie zuverlässigen, nutzungsabhängigen Zugang zu einem Auto mit geringen oder gar keinen Vorabkosten. Sie möchten jeden Tag ein anderes Auto? Das ist möglich, ohne sich um Wartung, Zulassung, Finanzierung oder andere Belastungen des Autobesitzes kümmern zu müssen. Sie können Ihr Abonnement direkt von Ihrem Smartphone aus an Ihr Budget und Ihre Bedürfnisse anpassen.
Auf dem Weg zum VaaS-Himmel müssen einige Herausforderungen bewältigt werden. Wer kein eigenes Auto besitzt, muss seine Einstellung dazu ändern. Man kann seine Sachen nicht einfach darin lassen, und natürlich drückt man sich auch nicht mit Autoaufklebern aus. Noch wichtiger ist, dass Verbraucher befürchten könnten, in Spitzenzeiten schwer an ein Auto zu kommen. VaaS-Dienstleister müssen sich überlegen, welche Service Level Agreements (SLAs) sie anbieten können.
Selbstfahrende Autos erweitern das VaaS-Plattformmodell um eine interessante Dimension. Für Menschen, die nicht selbst fahren können, bieten autonome Fahrzeuge als Service neue Mobilitätsoptionen – egal ob jung, alt, behindert oder ohne Führerschein. Laut einem Artikel von Computerworld werden autonome Fahrzeuge Mobilität voraussichtlich günstiger bieten als Taxis und Mitfahrgelegenheiten. Die autonome Zustellung von Paketen oder Waren eröffnet neue Komfortmöglichkeiten und führt zu neuen Geschäftsmodellen. Mit all diesen VaaS-Anwendungen werden Fahrzeuge Teil der größeren Mobility-As-Service (MaaS)-Bewegung, die sich darauf konzentriert, Menschen und Gütern einen möglichst bequemen und effizienten Transport von Ort zu Ort zu ermöglichen.
Damit VaaS funktioniert, muss das Automobil in der vierten industriellen Revolution nicht nur als vernetzte Maschine, sondern auch als Serviceplattform fungieren. Das Fahrerlebnis der Zukunft könnte stärker von den in einer App aktivierten Funktionen abhängen als von der Fahrzeughardware selbst. Viele der erforderlichen Funktionen sind bereits in Fahrzeugen integriert oder als Nachrüstlösung erhältlich. Telematik-Fahrzeuge bieten ein besseres Erlebnis durch Echtzeit-Zugriff auf Fahrzeugstandort und -verfügbarkeit, Kilometerstand, Kraftstoffverbrauch und Wartungsdaten. Darüber hinaus ermöglichen sie Notfallmaßnahmen, die Wiederbeschaffung gestohlener Fahrzeuge und eine insgesamt verbesserte Kundenbindung.